Staatliche Realschule Viechtach

Fit fürs Leben

Spendenübergabe an der Realschule

02 Kinderhausverein 1

Seit nunmehr 19 Jahren, so berichten Dr. Jutta Kuschmider und Christine Vornehm, die Vorsitzenden der Organisation „Kinderhausverein Afrika e. V.“, unterstützt ihr Verein Kinder in Simbabwe und in ein paar Wochen werden sie, wie jedes Jahr, dorthin reisen und sich wieder ein Bild machen davon, wie die Spenden bei den Bedürftigen angekommen sind und was weiterhin nötig ist.

02 Kinderhausverein 2

Die Schülerinnen und Schüler aus den 5. und 6. Klassen lauschen gespannt den Ausführungen. Sie erfahren zunächst von Nabeta, einem Mädchen, das in der Nähe der Hauptstadt Harare im Elendsviertel Epworth aufwächst. Sie ist auf sich allein gestellt. Weder die depressive Mutter noch der arbeitslose Vater können ihr Essen oder Heimat bieten, geschweige denn eine Schulbildung. Sie läuft weg von zuhause, weil sie hofft, als Straßenkind besser zu leben. Falsch gedacht. Nachts schläft sie in Abwasserkanälen, die Not ist groß. Dann erzählt ihr ein anderes Mädchen, dass es einen Club gibt, wo man Hilfe findet. Eine ehemalige einheimische Lehrerin hat diese Anlaufstelle gegründet, schenkt ihr Essen und ein offenes Ohr. Man bezahlt ihre Schulgebühren und auch die erforderliche Uniform.
Dieses Mädchen gibt es wirklich. Heute ist Nabeta erwachsen und hilft nach erfolgreicher Ausbildung mit, die Kinder dort zu unterrichten und zu betreuen. Sie kann diese gut verstehen, weil sie ihr Schicksal teilt.
Dies ist eines der Projekte, das der Kinderhausverein mit den Spenden unterstützt. Ray of Vision, Hoffnungsstrahl, nennt es sich und liefert 22 blinden Müttern mit ihren ungefähr 90 Kindern wöchentlich ein Nahrungspaket, damit letztere zur Schule gehen können. In der Unterkunft können die Frauen ins Gespräch kommen, einfache Handarbeiten verrichten, es gibt eine Toilette und die Möglichkeit zu duschen.
Ein weiteres Projekt ist die Suppenküche in Kambuzuma mit Namen Lord Orphan Care. Täglich kommen ca. 80 bis 100 Kinder dorthin, um zu essen oder Unterricht zu erhalten, aber auch um zu sprechen, zu spielen und zu beten. Auch hier wird den meisten Buben und Mädchen das Schulgeld bezahlt. Man versucht, geeigneten Jugendlichen Ausbildungen zu finanzieren, sodass sie sich irgendwann selber ihren Lebensunterhalt verdienen können.
Auch über geografische und wirtschaftliche Gegebenheiten in Simbabwe erfahren die Zuhörer etwas. Von der einstigen Kornkammer Afrikas ist dank Korruption und Misswirtschaft und nicht zuletzt dank der Auswirkungen des Klimawandels nichts mehr übrig. 16 Mio Einwohner leben nun in einem Land mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von ca. 85 %, in dem das Überleben für jeden einzelnen schwer ist, noch schwerer für Kinder, gar unmöglich für Behinderte. Lange Zeit wies es die höchste Aidsrate auf, somit ist oft die Elterngeneration weggestorben. Deshalb gibt es über eine Million Waisenkinder. Diese Kinder leben vielfach auch in sogenannten Childheaded Families, in denen sich die älteren Geschwister um die jüngeren kümmern.
Bilder und kurze Filmsequenzen bieten Einblicke in die Verhältnisse vor Ort und die Schülerinnen und Schüler stellen auch im Anschluss noch viele Fragen an die Referentinnen. Sie können sich nicht vorstellen, dass eine Mutter ihre Kinder alleine lässt und nur hin und wieder kommt, um ein neues Baby in die Obhut ihrer anderen Kinder zu geben. Sie wollen verstehen, warum es dort nur Strom von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens gibt und fragen noch einmal nach, ob wirklich Leute an Hunger sterben müssen.

02 Kinderhausverein 3
Auf jeden Fall wissen sie nun, wohin ein Teil der Spendengelder geht, die vor Weihnachten gesammelt wurden. Und sie erfahren trotz der vielen schockierenden Tatsachen auch, dass den Referenten bei ihren jährlichen Besuchen Menschen begegnen, die nicht - wie vielleicht zu erwarten - gebrochen sind und die aufgegeben haben. Nein, die Menschen sind trotz allem voller Freude, voller Hoffnung und nicht zuletzt voller Dankbarkeit, dass auf der anderen Seite der Welt an sie gedacht wird.
(Bericht: D. Schlicht // Fotos: R. Hartl)